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In diesem Jahr findet am 11. Februar (Dienstag) bereits der fünfte MINT-Tag des Gymnasiums Laurentianum in Warendorf statt. Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9 gehen dabei in Betriebe und Unternehmen im Kreis Warendorf, um Erfahrungen im Bereich MINT zu sammeln. Sie erstellen beispielsweise Flaschenöffner in der Firma Bernd Münstermann in Telgte oder kreieren eine Heilsalbe bei Rottendorf Pharma in Ennigerloh.
In diesem Jahr ist erstmals die Bischöfliche Realschule in Warendorf ebenfalls mit an Bord. Marlis Ermer, Schulleiterin des Laurentianum, und MINT-Koordinator Philipp Schulte erzählen im Interview, was es mit dem MINT-Tag auf sich hat und warum er so wichtig für die Schule sowie die Schülerinnen und Schüler ist.

Warum gibt es einen MINT-Tag und wer hatte die Idee dazu?
Schulte:
Wir beide! Wir sind beide MINT-affin und -begeistert und hatten die Idee, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern die Bandbreite, die es in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) gibt, noch näherbringen wollen.
Ermer: Uns war es auch wichtig, dass die Schüler einmal über den Tellerrand beziehungsweise über den Rand von Warendorf hinausschauen. Im Kreis Warendorf gibt es so viele außerschulische Lernorte im MINT-Bereich. Da in der neunten das Betriebspraktikum auf dem Programm steht, ist so ein MINT-Tag im Vorfeld eine weitere gute Orientierungshilfe.
Schulte: Die meisten Schülerinnen und Schüler wissen gar nicht, was hinter den Firmen steckt und diese eigentlich machen. Daraus ist dann die Idee zu dem MINT-Tag entstanden. Wir wollten unseren Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit geben, einmal hinter die Firmenmauern zu schauen.

2016 gab es den ersten MINT-Tag, mittlerweile müsste es ja fast ein Selbstläufer sein.
Schulte:
Beim ersten Mal war es richtig viel Arbeit, da wir die Kontakte zu den ganzen Firmen ja erst einmal herstellen mussten. Uns war es dabei wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler besonders viele praktische Erfahrungen sammeln und viel Zeit in den Lehrwerkstätten der Betriebe und Unternehmen verbringen. Vor fünf Jahren haben spontan sehr viele Firmen zugesagt. Durch die Beteiligung der Bischöflichen Realschule sind auf einen Schlag 90 Schülerinnen und Schüler dazu gekommen und wir mussten daher in diesem Jahr noch einmal ganz besonders in die Akquise gehen, das heißt, wir befanden uns in einer ähnlichen Situation wie am Anfang.
Ermer: Durch die Teilnahme der Bischöflichen Realschule mussten wir beispielsweise auch die Logistik komplett umstrukturieren. In diesem Jahr sind wir mit sieben Bussen im Kreisgebiet unterwegs. Ohne die Unterstützung des zdi-Netzwerkes im Kreis Warendorf wäre dies nicht möglich.

Wie viele Firmen nehmen am MINT-Tag teil?
Schulte:
Mittlerweile sind 23 Betriebe und Unternehmen im gesamten Kreisgebiet dabei, eine weitere Schülergruppe fährt nach Münster in den Zoo, um dort biologische Projekte durchzuführen. Dadurch können wir für die 263 Teilnehmenden der Jahrgangstufen 8 und 9 das gesamte Spektrum des MINT-Bereiches abbilden und anbieten.

Wie ist das Feedback aus der Schülerschaft?
Schulte:
Mindestens 90 Prozent finden diesen MINT-Tag super. Es passiert beispielsweise oft, dass insbesondere Schülerinnen im Vorfeld nicht so gerne zu einer Firma, sondern lieber zum Zoo wollten, und dann wiederkommen und mit dem Tag im Unternehmen sehr zufrieden waren. Und – es ist ja auch ein Ergebnis, wenn die Schülerinnen und Schüler herausfinden, was sie später vielleicht nicht machen wollen.
Ermer: Als MINT-EC-Schule haben wir die Verpflichtung für den MINT-Nachwuchs zu sorgen. Wir sind im MINT-Bereich stark aufgestellt und müssen den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit geben, zu schauen, wo mit MINT Geld verdient wird und was MINT im Kreis Warendorf so alles bewegt.

Für die Schülerinnen und Schüler ist das eine großartige Chance. Wenn es so etwas damals schon bei Ihnen beiden gegeben hätte, welches Angebot würden Sie sich rauspicken?
Ermer:
Das kann ich sofort beantworten! Ich habe ab meinem 13. Lebensjahr alle möglichen Firmen erkundet – damals waren die juristischen Vorgaben noch anders, aber ich hatte nie die Gelegenheit, einmal bei der Firma Kaldewei in Ahlen reinzuschauen. Das konnte ich während der Berufsinformationstage später dann einmal nachholen. Heute würde ich gerne zu Gea Westfalia Separator Group in Oelde gehen. Eigentlich müssten wir auch als Lehrer regelmäßig Firmen-Praktika machen, denn auch uns fehlt häufig der Bezug zu den hier ansässigen Unternehmen.
Schulte: Da ich Chemie schon immer gut fand, hätte ich bestimmt Rottendorf Pharma gewählt, aber auch der Bereich Elektrotechnik hätte mich sehr interessiert. Alle Firmen lassen sich für den MINT-Tag richtig was einfallen – so soll es sein, dass die Schülerinnen und Schüler richtig etwas mitnehmen können. Und einige möchten aufgrund ihrer positiven Erfahrungen beim MINT-Tag ein Praktikum oder sogar eine Ausbildung in dem dortigen Betrieb machen, das ist natürlich ein besonders tolles Ergebnis.